Heimatbund Calberlah – Im Jahre 1907 kaufte die Gemeinde Calberlah eine Feuerspritze

„Die unterzeichnete Firma Louis Tidow Feuerspritzenfabrik Hannover-Badenstedt, offerirt hierdurch der Gemeinde Calberlah, Kreis Gifhorn die Lieferung einer neuen 4 rädrigen Feuerspritze Littera AT mit freiliegenden Ventilen und zwei 115 Millimeter weiten Cylinder, nach Maaßgabe der beiliegenden Zeichnung und des gleichfalls nachstehenden Kosten=Anschlages für die Summe von Mk. 1450.-„. Mit diesen Zeilen begann die Offerte der Maschinen-und Feuerspritzen Fabrik Louis Tidow an die Gemeinde Calberlah über die Lieferung einer Feuerspritze.

Schon damals hatte man den Wert von Werbung erkannt und pries die Auszeichnungen für die eigenen Produkte gleich mit an, zahlreiche Preise und Medaillen sind auf der ersten Seite des Angebotes mit aufgeführt. Unter den Auszeichnungen waren u.a. die Staatsmedaille der Internationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen Berlin 1901, die Goldene Medaille Hannover, Silberne Medaille Brüssel, die Bronzene Medaille Köln und das Ehren Diplom Schleswig aufgeführt.

Die Littera AT Stadt- und Landspritze wurde vom Hersteller als „höchst vollkommene, modern gebaute, manöverierfähige Feuerspritze“ beschrieben. Der Spritzenwagen hatte zwei Vordersitze und zwei Stehplätze auf der Rückstandbrücke und war vollständig aus Faconeisen hergestellt. Die Sitze und Räder bestanden aus Eschen,- Eichen- und Buchenholz. Der Wasserkasten mitsamt dem Spritzenwerk wurde zwischen den Längsträgern auf geschmiedeten Hängebrücken angeordnet. Der Vorderwagen ruhte auf geschliffenen Elliptic-Stahlfedern, er war lenkbar und hatte eine Feststellvorrichtung. Eine vom Kutschersitz aus zu bedienende Patent-Hebelbremse wirkte auf die Hinterräder. Die beiden Kutschersitzkästen dienten zur Aufnahme von Werkzeug und Zubehör, die Schlauchhaspel war abnehmbar und ebenfalls mit einer Feststellbremse versehen. Geteilte Lager trugen die Druckbaumwelle und der Druckbaum war zur Stärkung seiner Stabilität mit doppelten Seitenversteifungen belegt. Geliefert wurde die Littera AT mit einem neuen Spritzenwerk und einer umstellbaren Saugvorrichtung. Für den Einsatz der Littera waren 10 Brandschützer nötig, versprochen wurden vom Hersteller eine Strahlhöhe von beachtlichen 23 Metern und eine Strahlweite von 27 Metern, eine Garantie von 5 Jahren wurde zugesichert.

Auch schon damals wurden Rezensionen zu Werbezwecken genutzt. So wurden Anerkennungen von Kunden abgedruckt, wie z.B. die der Gemeinde Rethen im Kreis Gifhorn vom 29.10.1905. Im Text hieß es: „… die Gemeinde kann auf Grund der gemachten Probe der Firma Louis Tidow, Hannover-Badenstedt, ungeteilte Anerkennung zollen und dieselbe allen Gemeinden empfehlen. Die saubere, praktische und durable Ausführung, sowie die Leistungen fanden allgemein Beifall, besonders bei den zugezogenen Feuerwehr-Hauptleuten“.

Die Bezahlung des Löschgerätes sollte mit Beginn der Auslieferung an die Gemeinde Calberlah in Raten erfolgen. Der Fabrikant Louis Tidow legte im Zahlungsplan 400 Mark bei Ablieferung, 300 Mark am 1. Juni 1908 und 200 Mark nach Eingang der Beihilfe fest, die Restzahlung wäre bis zum 1. Juni 1909 zu leisten. Calberlahs Gemeindevorsteher Glindemann, die Herren H. Knigge, Mahlmann und E. Borchert unterzeichneten am 29. Mai 1907 den Kaufvertrag.

Heimatbund Calberlah, Karsten Karwehl

 

 

Ein Kommentar zu “Heimatbund Calberlah – Im Jahre 1907 kaufte die Gemeinde Calberlah eine Feuerspritze