Die Welt stand auf dem Kopf …

 

 

…. anlässlich des Besuches einer Gruppe der Jugendförderung im Kinomuseum Vollbüttel. Staunend verfolgten die Kinder zusammen mit ihrer Betreuerin Imke Hashagen, wie auf einer Fläche im verdunkelten Raum hell und klar das Bild der Außenwelt erschien. Sie wurden damit Zeuge, wie jedes Bild in einer Kamera, ja sogar im menschlichen Auge entsteht. Der Museumsraum wurde zur „Camera obscura“, was ja im Grunde nichts anderes bedeutet als: „Dunkler Raum“. Die Gruppe besuchte das Museum im Rahmen einer Ferienspaßaktion, die vom Museum angeboten wurde. Warum wir mit unseren Augen die Umwelt „richtig herum“ sehen, konnten einige pfiffige Kinder schnell beantworten. „Das Gehirn“, sagten sie, „dreht das Bild der Augen richtig herum“. Sie hatten in der Schule eben gut aufgepasst. Warum der Mensch aber zwei Augen hat, das war schon etwas schwieriger zu beantworten. Aber auch für diese Frage fand sich bald die Lösung. Nach einem Blick in einen uralten Stereobetrachter war klar: Wir brauchen unsere beiden Augen um dreidimensional zu sehen!

Damit war das Programm aber noch lange nicht am Ende. Die meisten Museen haben eine besondere Eigenschaft: Sie sind echte Zeitmaschinen! Im Gegensatz zu den in Filmen gezeigten Exemplaren führen sie aber nur zurück in die Vergangenheit – und man kann an dieser auch nichts mehr ändern.

Die Reise ging zurück in die 1920er Jahre und nach Zentralafrika. Die dort lebenden Menschen sind sehr klein. Deshalb lautet der Titel des Films: „Urwaldzwerge“. So würde man Menschen heute nicht mehr bezeichnen. Es gehört sich einfach nicht! Aber vor 100 Jahren haben die Menschen eben noch anders gehandelt und gedacht.

Obwohl es sich um einen Stummfilm handelte, waren die Kinder schnell gebannt von der Art und Weise, wie diese Menschen ihr Leben gestalteten und mit einfachsten Mitteln für Kleidung und Nahrung sorgten. Selbst ein Elefant, den sie mit einer ausgeklügelten Falle erlegten, stand auf ihrem Speiseplan. Den Höhepunkt bildete der Bau einer Hängebrücke über einen breiten Fluss. Da dieser von vielen Krokodilen bevölkert war, mussten die kleinen Menschen sich schon etwas einfallen lassen um nicht selbst auf dem Speiseplan zu landen.

 

Nach einer Bewegungspause ging es weiter im Programm. Für die Wundertrommel wurden neue Bewegungsstreifen gezeichnet. Diese Aufgabe war einigen Kindern schon vertraut, die anderen fanden schnell heraus, wie sie vorgehen mussten um einen eigenen kleinen „Film“ herzustellen.

 

Außerdem hatte das Kinomuseum eine besondere Überraschung konstruiert. Zwei große Holzboxen mit einer Schauöffnung standen parat. In ihrem Inneren befand sich eine Optik mit einem Winkelspiegel. Diese Vorrichtung projizierte das Bild der Außenwelt auf eine Zeichenplatte, und fertig war die Camera obscura für die angehenden Künstler. Man behauptet ja, dass irgendwann die „richtigen“ Künstler ebenfalls damit geschummelt haben. Oder sollte man eher von einem „Kunstgriff“ sprechen? Nun denn, jedenfalls war das erste Ergebnis schon sehr beeindruckend.

Nach so viel Aktivität stand noch ein Film als Belohnung und krönender Abschluss auf dem Programm. „Aber bitte mit Ton und in Farbe“, erbaten sich die Kinder. Gemacht! Zum krönenden Abschluss gab es „Die große Käseverschwörung“ zu sehen. Einen lustigen Zeichentrickfilm mit viel Action und Spannung. Natürlich in Farbe und mit Ton. Bitte sehr, gern geschehen!

Peter Schade-Didschies

 

 

 

 

 

 

 

 

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