Niedersächsische Landesforsten

Liebe Leserinnen und Leser des Samtgemeindekuriers!

Die Sonne und die Wärme der letzten Wochen haben dazu geführt, dass die Vegetation im Wald sich schlagartig entwickelt hat. Die Bäume und Sträucher sind satt grün und die Kräuter, Gräser und Farne sind schon sehr hoch.

Aktuell sind wir leider immer noch mit den Auswirkungen der Sturmtiefs Ylenia, Zeynep und Antonia beschäftigt. Diese Stürme haben Mitte Februar 2022 auch bei uns in der Region massive Schäden in den Wäldern angerichtet. Die Arbeiten sollen aber in den nächsten Tagen abgeschlossen werden.

In diesem Jahr haben wir etwa 60.000 neue Bäume gesetzt. Unsere neuen Anpflanzungen schützen wir nun vor der sogenannten Konkurrenzvegetation wie Brombeere, Adlerfarn und auch Gräsern. Durch die üppige Vegetation auf den Anpflanzungen werden die kleinen Bäumchen überwachsen. Dadurch fehlt ihnen Sonnenlicht, dass sie für ihr eigenes Wachstum benötigen. Auch fühlen sich in hohem Gras Mäuse sehr wohl und vermehren sich rasant. Die Mäuse nagen im Winter an den jungen Bäumen die Rinde ab, so dass die Pflanzen absterben.

Unser Arbeitsschwerpunkt in den nächsten Wochen wird es sein, die Bäume mit einem Freischneider, also einer Motorsense, freizumähen. Unsere Forstwirte gehen dazu die Pflanzreihen entlang und mähen die Gräser und den Farn ab. Das Mähen bei sommerlichen Temperaturen ist eine kräftezehrende Aufgabe. Die Pflegbarkeit ist auch der Grund, warum wir überhaupt in graden Reihen Pflanzen. Junge Eichen werden von uns etwa 5-6 Jahre gepflegt. Dann sind sie so groß, dass sie über das Gras hinausgewachsen sind.

In der Revierförsterei Barnbruch haben wir etwa 50 ha jüngere Anpflanzungen. Das sind 500.000 Quadratmeter, die wir in diesem Sommer bearbeiten.

Jetzt im Frühjahr möchte ich noch mal auf ein in unseren Wäldern weit verbreitetes Problem hinweisen: Das Entsorgen von Grün- und Gartenabfällen in der Natur. An fast allen unserer zahlreichen Waldparkplätze und manchmal auch mitten im Wald kann man eine Menge davon finden. Blätter, Heckenschnitt, Sträucher, Stauden und Rasenabfälle, gern auch noch in einem Müllsack verpackt. Durch diese Art der Müllentsorgung samen sich in unseren Wäldern Pflanzen aus, die bei uns natürlicher Weise nicht heimisch sind. Man nennt diese Pflanzen auch Neophyten. Im ungünstigsten Fall verdrängen diese Pflanzen nach und nach unsere einheimischen Arten. Beispiele sind der Riesen Bärenklau, die Springkräuter, aber auch die Gartenformen des Ilex. Diese Arten haben in unseren Wäldern nichts zu suchen und sind für den Menschen teilweise sogar gesundheitsschädlich. Mein Appell an Sie alle lautet also: Bitte entsorgen sie Ihre Abfälle ordnungsgemäß. Die überwiegende Mehrzahl von Ihnen macht dies dankenswerter Weise ohnehin schon so.

Haben Sie Wünsche und/oder Anregungen? Schreiben Sie mir gern unter Michael.Cordes@nfa-wolfenb.niedersachsen.de eine Nachricht.

Weitere Informationen finden Sie auch auf www.landesforsten.de

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